- Krempeln
- Kürzen ohne Originalsaum
- Kürzen mit eingeschlagenem Hosenbein und Originalsaum
- Kürzen mit Abtrennen des Originalsaums und späterem Wiederannähen
Krempeln:
Diese Variante ist zweifelsohne die einfachste, der Nachteil ist aber, das man am Knöchel eine Art Jeans-Wulst hat, der evtl. gar nicht schön aussieht. Bei den R&R Jeans, die eine Innenbeinlänge von 38” (das sind 96,5cm!) haben, ist sowas kaum tragbar, außer die Trägerin ist dementsprechend gross.
Kürzen ohne Originalsaum:
In diesem Fall wird der überschüssige Denim einfach abgeschnitten und dann entsprechend umgenäht. Der Nachteil hierbei ist, das bei einem Verkauf der Käuferkreis durch die gekürzte Beinlänge eingeschränkter ist, als wenn die Jeans noch die originale Beinlänge hätte.
Kürzen mit eingeschlagenem Hosenbein und Originalsaum:
Diese Variante eignet sich für die Jeans, bei denen die Beinlänge nur ein kleines Stück zu lang ist. Als erstes wird das Hosenbein 1x nach außen umgeschlagen und dann auf die Länge zurecht gezogen, die man am Ende als Hosenbeinlänge haben möchte. Nun wird das umgeschlagene Hosenbein gebügelt und dann zur Hälfte wieder heruntergezogen, so dass die Naht des Saums auf der Bügelfalte liegt. Unter Berücksichtigung des Stoffverlaufs und der Nähte wird nun das Hosenbein mit Stecknadeln festgesteckt. Danach kann nun das Hosenbein entlang des Originalsaum genäht - der Stoffüberschuß wird dabei nach INNEN eingeschlagen! - werden. bei Belieben kann diese Naht jederzeit wieder geöffnet werden, um die ursprüngliche Länge der Hose zurück zu erhalten. Ab einer gewissen Länge wird das Kürzen auf diese Weise schwierig, da die Hosenbeine selten völlig gerade geschnitten sind und der Originalsaum dann weiter ist, als der Bereich des Hosenbeins, an den dieser nun angenäht werden soll. In dem Fall muß der Saum entsprechend eingeschlagen werden, um diesen der neuen Weite anzupassen. Dies bedarf schon etwas Übung und sollte daher lieber nicht von Nähanfängern versucht werden, da sich der Denim leicht verziehen und wellig werden kann.
Kürzen mit Abtrennen des Originalsaums und späterem Wiederannähen:
Bei dieser Variante wird die Jeans in der gewünschten Länge (mit Zugabe von 1cm) abgeschnitten. Danach wird der Originalsaum um das zu lange Stück gekürzt, also ca. 1-1,5cm oberhalb des Saumes abgeschnitten. Die jeweiligen Zugaben dienen dazu, die Kanten vor dem Aneinanderheften noch umsäumen zu können, damit der Stoff nicht ausfranst. Außerdem wird so das spätere Nähen etwas einfacher. Nun wird dieser Saum sorgfältig mit Stecknadeln wieder an das Hosenbein geheftet. Die Saumweite muß evtl. noch der aktuellen Saumweite des Hosenbeins angepaßt werden - dies sollte dann während des Zusammenheftens von Hosenbein und Originalsaum erfolgen. Wenn man sicher ist, das der Saum auch wirklich gerade festgesteckt ist, dann kann der Saum an das Hosenbein angenäht werden. Danach wird auf die gleiche Weise das 2. Hosenbein bearbeitet. Es empfiehlt sich, erst das eine Hosenbein und danach das Andere zu bearbeiten um nicht versehentlich die Säume zu vertauschen.
WICHTIG:
Alle Kürzungsarbeiten mit Originalsaum (besonders die letzte Variante) müssen besonders sorgfältig vorgenommen werden, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Man kann die Hosen auch zu einem Schneider bringen, jedoch sollte man sich unbedingt VORHER darüber informieren, ob dieser das Kürzen mit Originalsaum wirklich beherrscht und die Hosenbeine nicht nur einfach abschneidet und umnäht. Im Zweifelsfall kann es ratsam sein, dem Schneider ganz genau zu erklären, was man meint (Bilder können da hilfreich sein!), einen schriftlichen Auftrag (über die Kürzung) mit exakten Angaben zusammen mit der Hose abgeben und sich die Kopie des Auftrags vom Schneider unterschreiben zu lassen. Auf diese Weise kann man zumindest sicherstellen, das der Schneider später nicht sagen kann, er hätte das mit dem Originalsaum nicht gewußt oder die Instruktionen völlig falsch verstanden.
Wem der Besuch mit einer teuren Premium-Jeans beim Schneider allerdings zu risikoreich ist, dem bleibt nur die Möglichkeit, die entsprechenden Kenntnisse zu erlernen und die Hosen dann selbst zu kürzen. Das sollte aber zunächst an alten und günstigeren Hosen geübt werden, damit man nicht versehentlich die 400.- EUR Jeans versaut.
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